2007-07-05
Download PDF
Einleitung von Biogas in das Erdgasnetz
05.07.2007 | Österreichische Bauernzeitung
In Bruck an der Leitha (NÖ) wird seit vergangener Woche
Biogas erstmals in Österreich in größerem Umfang gereinigt und
in das Erdgasnetz eingespeist.
Gleich die ganze Biogaswertschöpfungskette von der Rohstoffproduktion,
über die Produktion und Veredelung des Gases bis hin zur Verwendung als
Kraftstoff liegt im Fokus des neuen Projektes. Es soll die Basis liefern,
dass Erdgas als Kraftstoff durch die Beimischung von Biogas noch
umweltfreundlicher wird. Die Universität für Bodenkultur, die Technische
Universität Wien (TU Wien), der Energiepark und die Biogasanlage Bruck
an der Leitha, der Prozesstechnikspezialist Axiom, die Antriebsentwickler
AVL und LuPower sowie EVN, OMV und Wien Energie Gasnetz arbeiten
hierfür zusammen.
Um das in Bruck an der Leitha produzierte Gas ins Erdgasnetz leiten zu
können, muss es noch gereinigt werden. Bei dem Abbau von organischer
Substanz unter Luftabschluss entstehen nämlich nicht nur der
Energieträger Methan, sondern auch unerwünschte Gasbestandteile, wie
zum Beispiel Kohlendioxid (bis zu 45 Prozent) und Wasserdampf.
Schlüsseltechnologie bei der Brucker Gasaufbreitung ist die
Gaspermeation, ein innovatives Verfahrenskonzept, welches von der TU
Wien entwickelt wurde. "Die halbdurchlässige Membran ist selektiv
durchlässig für Kohlendioxid und Wasserdampf, jedoch nicht für Methan.
Das bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich: Das Biomethan bleibt
unter Druck und kann ohne weitere Kompressorstationen in das lokale
Erdgasnetz geleitet werden", erklärt Prof. Michael Harasek von der TU
Wien. Mit Hilfe dieser Technik werden in Bruck an der Leitha 180
Kubikmeter Biogas pro Stunde gereinigt.

